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Krankenhausdigitalisierung

Klini­sche Abspra­chen durch asyn­chrone Kommu­ni­ka­tion erleich­tern

Ein verpass­ter Anruf vom Ober­a­rzt, der vibrie­rende Pager in der Kittel­ta­sche während des Gesprächs mit der Pati­en­tin, eine schnelle Über­g­abe am Kaffee­au­to­ma­ten vom Kolle­gen aus der Nacht­schicht – Abspra­chen im Kran­ken­hau­sall­tag sind extrem wichtig, aber werden sie heute noch zeit­ge­mäß gelöst?
Christina Debbelt Content & Communications Managerin

Noch immer kommunizieren klinische Teams vorrangig persönlich, über Pager oder per Telefon. Dabei gehen solche Formen synchroner Kommunikation mit Unterbrechungen des Arbeitsflusses und ständiger Ablenkung einher. Außerdem werden sie mit einer erhöhten kognitiven Arbeitsbelastung und Unzufriedenheit der Nutzer:innen in Verbindung gebracht. Aber sind wir nicht mittlerweile in einer Arbeitswelt angekommen, in der neue Formen der Kommunikation den Kontakt zu unseren Kolleg:innen deutlich erleichtern?

In der Tat – und die positiven Effekte lassen sich durchaus belegen: Neuere Studienergebnisse zeigen, dass die Kommunikation über eine asynchrone Plattform im Vergleich zu traditionellen Kommunikationstools zu einer deutlichen Zeitersparnis führt. Etwa 59 % an Zeit konnte bei der Fertigstellung von klinischen Aufgaben durch Absprachen über eine solche Kommunikationsplattform im Vergleich zur Nutzung eines Pagers eingespart werden.*

Nach den Erfahrungen mit dieser neuen Form der Kommunikation gefragt, gaben etwa 70 % der Kliniker:innen an, dass die interprofessionelle Zusammenarbeit durch die Nutzung deutlich verbessert werden konnte. Rund 63 % hatten den Eindruck, dass die asynchrone Kommunikation einen positiven Einfluss auf die Produktivität hatte. All das deutet darauf hin, dass ein Paradigmenwechsel notwendig ist, wie klinische Teams miteinander in den Austausch treten.

Aufgrund des hohen Bedarfs an neuen Kommunikationsformen greifen Kliniker:innen heute immer häufiger auf private Instant Messa­ging-Dienste zurück – inoffiziell und trotz bekannter Sicherheitslücken beim Thema Datenschutz. Bei der asynchronen Kommunikation, wie sie eben auch durch Instant Messaging-Dienste erfolgt, ist keine Antwort in Echtzeit gefordert. Wer gerade im Gespräch mit einem Patienten ist, muss sich nicht herausreißen lassen. Leichtgewichtig lässt sich außerdem relevantes Wissen sichern, beteiligte Personen zeitunabhängig auf den aktuellsten Stand bringen und wichtige Informationen weitertragen. Das spontane Gespräch zur Behandlung eines Patienten bleibt zum Beispiel nicht mehr nur in den Köpfen der Beteiligten, auch alle anderen im Team können so schnell und mit wenig Aufwand informiert werden.

Zwischen­ge­sprä­che mit Patient:innen oder Kolleg:innen sind extrem wichtig, um sie ins Gesamt­bild der Behand­lung einzu­ord­nen. Wo aber werden solche Infor­ma­ti­o­nen heute fest­ge­hal­ten?

Asynchrone Kommunikation steigert dabei nicht nur die Behandlungsexzellenz, sondern reduziert auch Mehrfachbearbeitungen und trägt durch reduzierte Unterbrechungen erheblich zur Arbeitszufriedenheit bei. In Anbetracht eines überlasteten Gesundheitssystems mit einer extrem hohen Arbeitsbelastung und einem gravierenden Fachkräftemangel ist das ein wichtiger Hebel. Denn wer wünscht sich aktuell in klinischen Teams nicht die Möglichkeit, die Arbeit zu erleichtern?

Warum herkömmliche Kommunikation an ihre Grenzen stößt, was bei der Einbindung neuer Kommunikationstools im Krankenhausalltag zu beachten ist und wie eine solche Lösung erst effektiv und hilfreich wird, lesen Sie zum Download in unserem neuen Whitepaper zum Thema.

*Weiterführende Informationen zum Thema:

Jhala, Meenakshi & Menon, Rahul. (2020). Examining the impact of an asynchronous communication platform versus existing communication methods: an observational study. BMJ Innovations. 7. bmjinnov-2019. 10.1136/bmjinnov-2019-000409.